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Fachtagung «Porno-Stress»


Pädagogische Hochschule Zürich
Samstag, 21. September 2019


Hier finden Sie

Rückblicke, Referate, Bilder und weitere Information.



Der Morgen der Tagung, die durch das Mannebüro Zürich, die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich, das Züricher Institut für klinische Sexologie und Sexualtherapie (ziss) sowie die PH Zürich organisiert wurde, stand im Zeichen aktueller wissenschaftlicher Befunde. Sämtliche Rednerinnen und Redner betonten, wie komplex es aufgrund rechtlicher, sozialer und individualpsychologischer Bedingungen ist, zu Pornografie und deren Wirkung zu forschen.

Dagmar Hoffmann, Professorin für Medien und Kommunikation an der Universität Siegen zeigte, dass Pornonutzung weit verbreitet ist. Neben Erwachsenen komme ein Grossteil der Jugendlichen, und mehr als ein Drittel der Kinder, mehrheitlich Jungen mit Pornografie in Berührung. Dies würden aktuelle Untersuchungsergebnisse zeigen. Sie erläuterte, wie Jugendliche vor einem Jahrzehnt in einem negativen Sinn als «Generation Porno» betitelt wurden. Der heutige Forschungsstand mache jedoch deutlich, dass sich Pornonutzung nicht eindeutig negativ auf Jugendliche auswirke. An der Bildsprache und den Plots habe sich mit der Darstellung von Frauen als Objekte und in stereotypen Rollenbildern aber nach wie vor nichts verändert. Sie appellierte an die Schule und andere soziale Einrichtungen, dass Pornografie-Kompetenz eine zu fördernde Kompetenz sei. So müssten Kinder und Jugendliche Pornoproduktionen im Vergleich zu selber gelebten sexuellen Realitäten kritisch durchschauen können und wissen, wie mit sexuellem Leistungsdruck und Körperbildern umgegangen werden muss. Erwachsene seien zudem angehalten, zu reflektieren, wie sich gesellschaftliche Machtverhältnisse und Vorstellungen über Sexualität, geschlechtliche Identität und Geschlechterrollen über Pornos reproduzieren. Sie stellte fest, dass der öffentliche professionelle Dialog über Pornografie noch kaum Thema sei.

Alexander Korte, Facharzt für Kinder und Jugendpsychiatrie aus München, beleuchtete Pornografienutzung aus entwicklungspsychologischer Sicht. Die Adoleszenz verglich er mit einem anstrengenden Kampf einzelner Jugendlicher durch eine Hecke von Dornen. Dieser Kampf werde mitunter durch Pornografienutzung anstrengender. Zudem seien soziale Netzwerke für geschlechterstereotype Selbstdarstellungen und -inszenierungen, auch in sexueller Hinsicht, für Jugendliche attraktiv. Weiter zeigte Korte auf, dass die Nutzung gewalthaltiger Pornografie einen Einfluss zu eigener Gewaltanwendung haben könne.

Ursina Brun del Re, Psychotherapeutin und Sexologin aus Zürich, referierte zu aktuellen Forschungsergebnissen, wie heterosexuelle Paare, als Einzelperson und als Paar, Pornografie nutzen können und wie sich dies auf ihre Sexualität auswirke. Sie bilanzierte, dass Pornografie Teil der Solo- und der Paarsexualität sei und es zu Konflikten führen könne, wenn sie allein, geheim und mit Scham genutzt werde. Del Re unterstrich die Wichtigkeit, über Sexualität zu sprechen, insbesondere beim gemeinsamen Betrachten von Pornografie.

Zwölf Workshops, aus denen die über 240 Teilnehmenden auswählen konnten, beleuchteten am Nachmittag mehrere Themenkreise: Wie können Lehrpersonen und im Sozialbereich Tätige professioneller mit Pornografie umgehen? Wie können Erwachsenen in Therapie und Weiterbildung zu Porno, Sex und juristischen Rahmenbedingungen begleitet werden? Auch wurde diskutiert, inwiefern und wann Pornonutzung Sucht ist oder und wie Fachpersonen im professionellen Dialog mit persönlichen Grenzen im Bereich Pornografie und Sexualität umgehen.

Die abschliessenden Podiumsrunde blickte in die Zukunft. Talaya Schmid, Co-Leiterin des Filmfestivals «Porny-Days», sprach über das ambivalente Verhältnis, das wir zu Pornografie hätten. Sie wies auf alternative Formate hin. Dagmar Hoffman ergänzte, dass auch über negative Bedingungen von Pornografieproduktionen gesprochen werden müsse. Dazu gehöre auch, stereotype Rollenbilder und den heteronormativen Blick, auf denen Pornos beruhen, zu hinterfragen.

Das «Theater interaktiv» aus Augsburg rahmte und rundete die Tagung ab. Es führte humorvoll vor, wie komplex und mitunter komisch es ist, über das Tabu-Thema Pornografie und Porno-Kompetenz zu diskutieren.
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